Vortrag von Georg Schießl (Hydrogeologe und Vorsitzender des Flurl-Kreises) im KulturForum Oberalteich
(Co-Veranstaltung mit dem Förderverein für Kultur und Forschung Bogen-Oberalteich e.V.)
Die Grundwasservorkommen in Niederbayern lassen sich abhängig vom geologischen Untergrund, der daraus resultierenden hydrochemischen Zusammensetzung und entsprechend ihrer Nutzung differenzieren in Trinkwasser, Mineralwasser, Heilwasser und Thermalwasser. In Straubing erfolgt die Trinkwasserversorgung aus 26 Flachbrunnen aus dem Quartär (13 -18 m tief) sowie aus drei 140 bis 160 m tiefen Brunnen aus dem Tertiär. Aus dem dritten Grundwasserstockwerk in rund 800 m Tiefe (Oberjura) wird Thermalwasser gefördert, das für Heizzwecke im Aquatherm und in einem Nahwärmenetz verwendet wird. Es ist als Heilquelle "Sorviodurum" staatlich anerkannt. Die Nutzung als Heilwasser wurde jedoch aufgrund der hohen Kosten für Untersuchungspflichten und Qualitätssicherung eingestellt.
An natürlichen Mineralwässern in Niederbayern stellte der Referent 13 Vorkommen bzw. Handelsmarken vor, u.a. den Johannesbrunnen der Fa. Kick in Straubing-Ittling und die Severinquelle aus Osterhofen. Bei den Heilwässern ging er neben den allseits bekannten "Gesunden Fünf" (Bad Abbach, Bad Gögging, Bad Füssing, Bad Griesbach und Bad Birnbach) auch auf die stark schwefelhaltigen Quellen in Bad Pilzweg und Bad Höhenstadt ein.
Für die Stadtwerke Bogen gaben Geschäftsführer Karlheinz Denner und Wassermeister Otto Schlecht ergänzend einen Überblick zur Trinkwasserversorgung, zur Versorgungssicherheit und zu den Herausforderungen für die Zukunft. Das Bogener Trinkwasser ist mit nur 1,7 mg/l Nitrat von erstklassiger Qualität. Wassermeister Schlecht stellte zudem die Vorzüge gegenüber Mineralwasser heraus: Es enthält ebenfalls wichtiges Calcium und Magnesium, wird aber regional gewonnen und kommt somit ohne Lagerung und Verpackung aus. Und ein Liter Leitungswasser kostet weniger als einen halben Cent.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Band der Musiktheatergruppe des Veit-Höser-Gymnasiums Bogen mit rockigen Balladen.
Referent Georg Schießl (Foto: Sigi Kopp)