"Ohne Wasser kein Leben" - Grundwasser in Niederbayern

Vortrag von Georg Schießl (Hydrogeologe und Vorsitzender des Flurl-Kreises) im KulturForum Oberalteich,

ergänzt durch einen Überblick der Stadtwerke Bogen zur Trinkwasserversorgung Bogen

(Organisation der Veranstaltung: Förderverein für Kultur und Forschung Bogen-Oberalteich e.V.)

 

Die Grundwasservorkommen in Niederbayern lassen sich abhängig vom geologischen Untergrund, der daraus resultierenden hydrochemischen Zusammensetzung und entsprechend ihrer Nutzung differenzieren in Trinkwasser, Mineralwasser, Heilwasser und Thermalwasser. In Straubing erfolgt die Trinkwasserversorgung aus 26 Flachbrunnen aus dem Quartär (13 -18 m tief) sowie aus drei 140 bis 160 m tiefen Brunnen aus dem Tertiär. Das Wasser aus den Flachbrunnen ist deutlich kalkhaltiger als das Tiefenwasser. Aufgrund eines Landtagsbeschlusses von 1994 dürfen jedoch nur noch 10% des Tiefenwassers genutzt werden, um es für  künftige Generationen zu schonen. 

 

Aus dem dritten Grundwasserstockwerk in rund 800 m Tiefe (Oberjura) wird Thermalwasser gefördert, das für Heizzwecke im Aquatherm und in einem Nahwärmenetz verwendet wird. Es ist als Heilquelle "Sorviodurum" staatlich anerkannt. Die Nutzung als Heilwasser wurde jedoch 2011 aufgrund stark gestiegener Kosten für Pflichtuntersuchungen und Qualitätssicherung eingestellt. 

 

An natürlichen Mineralwässern in Niederbayern stellte der Referent 13 Vorkommen bzw. Handelsmarken vor, u.a. den Johannesbrunnen der Fa. Kick in Straubing-Ittling, dessen Wasser rund 20.000 Jahre alt ist. Bei den Heilwässern ging er neben den allseits bekannten "Gesunden Fünf" (Bad Abbach, Bad Gögging, Bad Füssing, Bad Griesbach und Bad Birnbach) auch auf die nur noch sporadisch genutzten, stark schwefelhaltigen Quellen in Bad Pilzweg und Bad Höhenstadt ein.

 

Für die Stadtwerke Bogen gaben Geschäftsführer Karlheinz Denner und Wassermeister Otto Schlecht einen Überblick zur Trinkwasserversorgung, zur Versorgungssicherheit und zu den Herausforderungen für die Zukunft. Das Bogener Trinkwasser ist mit nur 1,7 mg/l Nitrat von erstklassiger Qualität. Wassermeister Schlecht stellte zudem die Vorzüge gegenüber Mineralwasser heraus: Es wird strenger kontrolliert, es enthält ebenfalls wichtiges Calcium und Magnesium, wird aber regional gewonnen und kommt somit ohne Lagerung und Verpackung aus. Und: ein Liter Leitungswasser kostet weniger als einen halben Cent.

 

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Band der Musiktheatergruppe des Veit-Höser-Gymnasiums Bogen mit rockigen Balladen.

 

Hauptreferent Georg Schießl (Foto: Sigi Kopp)

 

Vortrag Georg Schießl: Grundwasser in Niederbayern
Georg Schießl Grundwasser in Niederbayer[...]
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Stadtwerke Bogen GmbH: Trinkwasserversorgung Bogen
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